Nachhaltigkeit bei AURHEN

Unsere nachhaltige Unternehmensführung setzen wir in allen Unternehmensbereichen und über die Unternehmensgrenzen hinaus um. Ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung übernehmen wir entlang der gesamten Lieferkette deiner Schmuckstücke. Von der Schaufel bis in deine Hände lässt sich das Material lückenlos rückverfolgen und somit die Einhaltung aller Standards gewährleisten.

Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene


Corporate Social Responsibility beschreibt Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene. Dabei geht es darum, neben wirtschaftlichen Zielen auch soziale und ökologische Ziele zu definieren und Maßnahmen abzuleiten, um diese zu erreichen. Corporate Social Responsibility bedeutet Verantwortung für die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen.

Fairtrade Zertifizierung

Als Fairtrade-Lizenznehmer sind wir Teil des Fairtrade-Systems und verpflichten uns, die für uns geltenden Anforderungen dauerhaft in unsere betrieblichen Abläufe zu integrieren. Die Lizenz bringt konkrete Anforderungen an Beschaffung, Rückverfolgbarkeit, Dokumentation, Kennzeichnung und Kommunikation mit sich.

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Was bedeutet Fairtrade für ein Unternehmen?

Fairtrade ist ein internationales Zertifizierungs- und Handelssystem mit definierten Standards. Diese gelten nicht ausschließlich für Produzenten am Ursprung eines Rohstoffs, sondern beziehen auch die weiteren Akteure der Lieferkette ein. Als Fairtrade-Lizenznehmer dürfen wir Produkte unter den dafür geltenden Voraussetzungen mit dem Fairtrade-Siegel kennzeichnen. Gleichzeitig sind wir verpflichtet, die entsprechenden Fairtrade-Vorgaben einzuhalten und die Verwendung des Siegels sowie die eingesetzten Fairtrade-Rohstoffe nachvollziehbar zu dokumentieren.

Verantwortungsvoller Einkauf

Fairtrade-Gold kann nicht beliebig eingekauft und anschließend als Fairtrade bezeichnet werden. Das verwendete Gold muss aus der entsprechenden Fairtrade-Lieferkette stammen und die geltenden Anforderungen an Herkunft und Rückverfolgbarkeit erfüllen.

Damit erhält der Einkauf eine zusätzliche Verantwortung: Er entscheidet nicht nur darüber, welches Material später in unserer Werkstatt verarbeitet wird, sondern auch darüber, welche Strukturen wir mit unserem Materialbezug unterstützen.

Rückverfolgbarkeit

Fairtrade basiert auf Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Fairtrade-Gold für entsprechend gekennzeichnete Produkte wird innerhalb der Lieferkette physisch rückverfolgbar geführt. Die beteiligten Unternehmen müssen die dafür notwendigen Material- und Warenströme nachvollziehbar dokumentieren.

Kommunikation

Das Fairtrade-Siegel ist eine geschützte Kennzeichnung. Seine Verwendung auf Schmuckstücken, Verpackungen, in unserem Onlineshop oder in anderen Kommunikationsmitteln muss den geltenden Fairtrade-Vorgaben entsprechen. Wir müssen deshalb klar unterscheiden, welche Produkte tatsächlich die Voraussetzungen für eine Fairtrade-Kennzeichnung erfüllen.

Soziale Verantwortung in der Lieferkette

Im Mittelpunkt des Fairtrade-Goldstandards stehen insbesondere Menschen im kleingewerblichen Goldbergbau. Fairtrade verfolgt das Ziel, ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern und die beteiligten Bergbauorganisationen wirtschaftlich zu stärken.

Umweltschutz

Im Goldbergbau betrifft dies beispielsweise Anforderungen an den Umgang mit Chemikalien sowie Maßnahmen zum Schutz von Wasser, Böden und Umwelt. Fairtrade bedeutet nicht, dass Goldabbau ohne Auswirkungen auf die Natur stattfindet. Bergbau bleibt ein Eingriff in natürliche Systeme.

Für eine glaubwürdige nachhaltige Unternehmensführung ist diese Differenzierung wichtig. Unser Anspruch besteht nicht darin, Materialien als vollständig folgenlos darzustellen. Entscheidend ist vielmehr, Auswirkungen zu kennen, Standards für deren Reduzierung zu unterstützen und bei der Materialauswahl bewusst zwischen unterschiedlichen Bezugsquellen abzuwägen.

Gemeinwohlökonomie

Als Mitgliedsunternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) beschäftigen wir uns systematisch mit unserer unternehmerischen Verantwortung. Die Gemeinwohl-Ökonomie betrachtet wirtschaftlichen Erfolg nicht ausschließlich anhand finanzieller Kennzahlen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Beitrag ein Unternehmen zum Gemeinwohl leistet.

Aktuell arbeiten wir gemeinsam mit der GWÖ an einer GWÖ-Zertifizierung für Kleinunternehmen.

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Was ist die GWÖ?

Die Gemeinwohlökonomie ist ein Führungsstil, der wirtschaftliches Handeln stärker an gesellschaftlichen und ökologischen Werten ausrichtet. Grundlage bilden vier zentrale Werte: Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologie und Transparenz.

Was bedeutet unsere GWÖ-Mitgliedschaft?

Als GWÖ-Mitgliedsunternehmen unterstützen wir die Idee einer Wirtschaft, die neben wirtschaftlicher Stabilität auch soziale und ökologische Auswirkungen berücksichtigt. Die Mitgliedschaft allein ist jedoch noch keine Zertifizierung.

Für uns bedeutet die Mitgliedschaft, dass wir uns bewusst mit den Werten und Zielen der Gemeinwohl-Ökonomie auseinandersetzen und gemeinsam nach Lösungen für eine sozial und ökologisch verantwortungsvollere Wirtschaft suchen.

Verantwortung in der Lieferkette

Gold, Silber, Platin, Edelsteine, Diamanten und Perlen haben unterschiedliche Ursprünge und durchlaufen unterschiedliche Wertschöpfungsketten, bevor sie unsere Werkstatt erreichen. Wir betrachtet deshalb unter anderem Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit, ökologische Auswirkungen und Transparenz innerhalb der Lieferkette.

Ökologie

Die ökologischen Auswirkungen eines Unternehmens gehen weit über einzelne Produkte hinaus. Die Gemeinwohl-Ökonomie betrachtet deshalb beispielsweise Auswirkungen innerhalb der Lieferkette, den Ressourcenverbrauch des Unternehmens und die ökologischen Folgen seiner Produkte.

Wirtschaftliche Stabilität und Gemeinwohl

Ein Unternehmen muss wirtschaftlich stabil sein, um langfristig Verantwortung übernehmen zu können. Die Gemeinwohl-Ökonomie betrachtet Geld jedoch nicht ausschließlich als Ziel wirtschaftlichen Handelns, sondern auch als Mittel, mit dem gesellschaftliche und unternehmerische Ziele erreicht werden können.

Für eine nachhaltige Unternehmensführung bedeutet dies, wirtschaftliche Entscheidungen langfristig zu betrachten. Investitionen, Wachstum und die Verwendung finanzieller Mittel sollen nicht nur anhand kurzfristiger Gewinne bewertet werden. Wirtschaftliche Stabilität und Verantwortung stehen damit nicht im Widerspruch, sondern bilden gemeinsam die Grundlage für eine langfristige Unternehmensentwicklung.

Transparenz

Ein wichtiger Bestandteil der Gemeinwohl-Ökonomie ist die Transparenz über den eigenen Entwicklungsstand.

Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet nicht, bereits in allen Bereichen die bestmögliche Lösung gefunden zu haben. Entscheidend ist vielmehr, den eigenen Status nachvollziehbar zu erfassen, Verbesserungspotenziale zu erkennen und daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten.

GWÖ-Zertifizierung

Aktuell gehen wir gemeinsam mit der Gemeinwohl-Ökonomie einen weiteren Schritt und arbeiten an einer GWÖ-Zertifizierung für Kleinunternehmen.

Während Zertifizierungen und Standards wie Fairtrade, RJC oder unsere Ökofair-Zertifizierung konkrete Materialien und Lieferketten betreffen, ermöglicht uns die GWÖ einen Blick auf das gesamte Unternehmen.

Nachhaltige Unternehmensführung verstehen wir nicht als abgeschlossenen Zustand. Sie ist ein kontinuierlicher Prozess, in dem wir unser Handeln überprüfen, weiterentwickeln und Verantwortung für die Auswirkungen unserer wirtschaftlichen Tätigkeit übernehmen.

Aufklärungsarbeit

Wir möchten unsere Erfahrungen nicht ausschließlich innerhalb des eigenen Unternehmens nutzen. Ein wichtiger Bestandteil unseres Engagements ist die Weitergabe von Wissen über umwelt- und sozialverträgliche Rohstoffgewinnung, transparente Lieferketten und verantwortungsvolle Schmuckproduktion. Vorträge, Beteiligung an Fachgesprächen und Diskussionen gemeinsam mit anderen Akteuren der Branche über die Herausforderungen und Möglichkeiten einer nachhaltigeren Schmuckwirtschaft bieten dafür hervorragende Plattformen.

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Wissen aus der Praxis

Unsere Perspektive ist dabei stark von unserer eigenen praktischen Erfahrung geprägt. Seit der Gründung unseres Unternehmens beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Edelmetalle und Edelsteine unter ökologisch und sozial verantwortungsvollen Bedingungen gewonnen und gehandelt werden können.

Wir haben uns mit unterschiedlichsten Rohstoffen, Herkunftsmodellen und Zertifizierungssystemen auseinandergesetzt. Von ökofair gewonnenen Farbedelsteinen und Fairtrade-Gold über deutsches Flussgold bis zu rückverfolgbaren Diamanten und Perlen.

Dieses Wissen möchten wir weitergeben. Dabei geht es nicht darum, Nachhaltigkeit als fertige Lösung zu präsentieren. Rohstofflieferketten sind komplex und unterschiedliche Materialien benötigen unterschiedliche Ansätze.

Goldschmiedeschulen und Hochschulen

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Wissensvermittlung an die nächste Generation der Schmuckbranche. Dabei geht es nicht um einzelne Zertifizierungen oder Materialien sondern vielmehr darum, welche Fragen hinter einem Rohstoff stehen: Woher stammt er? Wer hat ihn gewonnen? Welche Auswirkungen hatte seine Gewinnung? Welche Informationen lassen sich tatsächlich überprüfen? Und welche Verantwortung entsteht daraus für diejenigen, die ihn einkaufen und weiterverarbeiten?

Gerade während der Ausbildung können solche Fragen dazu beitragen, Nachhaltigkeit nicht als nachträgliche Ergänzung eines Schmuckstücks zu verstehen, sondern bereits als Bestandteil von Materialauswahl, Gestaltung und handwerklicher Arbeit.

Paneltalks

Am internationalen Panel „From Mine to Market: Real-World Solutions for ASM Gems & Gold“ stand im Mittelpunkt die Frage, wie Gold und Edelsteine aus dem Artisanal and Small-scale Mining (ASM) verantwortungsvoll Zugang zu internationalen Märkten erhalten können. Gemeinsam mit Brian Cook von Nature’s Geometry und Marcin Piersiak von der Alliance for Responsible Mining wurden praktische Herausforderungen und Lösungsansätze entlang der Lieferkette diskutiert. Moderiert wurde das Panel erneut von Dr. Laurent Cartier vom SSEF.

Nachhaltigkeit braucht Dialog

Gerade bei nachhaltigen Rohstoffen gibt es selten einfache Antworten. Ein vollständiger Ausschluss des Kleinbergbaus kann beispielsweise auf den ersten Blick Risiken aus einer Lieferkette entfernen. Gleichzeitig kann er Menschen in Förderregionen den Zugang zu internationalen Märkten und damit wichtige wirtschaftliche Perspektiven nehmen. Umgekehrt reicht die Angabe einer geografischen Herkunft allein nicht aus, um einen Rohstoff als nachhaltig zu bewerten. Solche Zielkonflikte müssen diskutiert werden. Paneltalks und Fachveranstaltungen schaffen dafür einen wichtigen Raum.

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